Begrüßung zum mayfest am 7. Mai 2005: Rede von Dr. Eckhard Herrel

  zurück  |  Begrüßungsrede anlässlich des mayfestes am 7.5.2005

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der ernst-may-gesellschaft,


"Der May ist gekommen..." so titelten 1925 bei Ernst Mays Amtsantritt als Stadtbaurat die Frankfurter Zeitungen. Heute, genau 80 Jahre später, können wir den Vers abwandeln in: "Der May hat ein Haus bekommen!"

Ich begrüße Sie alle ganz herzlich und freue mich, dass Sie trotz des gar nicht maigerechten Wetters so zahlreich zu unserer Housewarming Party gekommen sind. Ganz besonders freue ich mich, dass der älteste Sohn von Ernst May, Klaus May und dessen Ehefrau Hertha May den weiten Weg aus der Region Karlsruhe hierher nicht gescheut haben, um das neue ernst-may-haus zu besichtigen, Lieber Klaus May, liebe Frau May, ich glaube es sind mittlerweile rund 15 Jahre her, da haben wir auf der anderen Niddaseite in der Siedlung Höhenblick, gemeinsam das ehemalige Wohnhaus der Familie May besichtigt, in dem Sie, lieber Klaus May aufgewachsen sind. Das war natürlich eine Villa mit allem was dazu gehört. Das neue ernst-may-haus ist etwas bescheidener, wie Sie bei Ihrem ersten Rundgang sicherlich schon bemerkt haben. Es fehlen z.B. das Planschbecken, der Dachgarten und natürlich die eigene Garage. Dennoch waren die Häuser der Siedlung Römerstadt damals revolutionär. Es war nicht nur die avantgardistische Architektur, mit der sich die Frankfurter erst gar nicht anfreunden konnten, sondern auch die hervorragende Ausstattung der Häuser - weit über dem damals üblichen Standart - die vor nunmehr 80 Jahren das Interesse der internationalen Fachwelt auf Frankfurt am Main lenkte.

Liebe Freundinnen und Freunde der ernst-may-gesellschaft, wie Sie wissen ist dieses Interesse bis heute ungebrochen. Wir bekommen ständig Anfragen aus aller Welt nach Führungen durch die Römerstadt. Vor ein paar Wochen war eine Delegation von Wissenschaftlern aus Mexiko hier und erst letzten Samstag haben wir eine Gruppe von Schweizer Museumsleuten durch die Siedlung geführt. Dieses große Interesse hat uns vor gut zwei Jahren bewogen, die ernst-may-gesellschaft zu gründen und uns für die Einrichtungeines Musterhauses und Dokumentationszentrums des Neuen Frankfurts einzusetzen.

Dieser Weg, den Sie in der Presse verfolgen konnten, war nicht immer ganz leicht. An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön an die Vertreter der Medien richten, dafür dass Sie so regelmäßig und objektiv über unser Vorhaben berichtet haben. Da ich jetzt schon mal beim danken bin, kann ich auch gleich damit fortfahren:

Bei den Vertretern der Kommunalpolitik mussten wir bei der Vorstellung unserer Pläne in diversen Ausschüssen und Gremien eigentlich kaum Überzeugungsarbeit leisten. Quer durch alle Parteien stießen wir auf breite Zustimmung für unser Anliegen. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Sitzung des Kulturausschusses, in der nach unserer Präsentation gleich drei Politikerinnen und Politiker einen Mitgliedsantrag ausfüllten und der Kulturdezernent Herr Dr. Nordhoff verkündete, dass er in den städtische Haushalt nicht unerhebliche Mittel zur institutionellen Förderung unseres gemeinnützigen Vereines eingestellt hätte. Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik, für Ihre Vermittlungsarbeit, die sicherlich häufig hinter den Kulissen und während der Sitzungspausen stattfand, möchten wir uns heute ganz herzlichen bei Ihnen bedanken, denn ohne den politischen Willen wäre unser Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen.

Mein ganz besonderer Dank geht hier an das Frankfurter Stadtoberhaupt, Frau Oberbürgermeisterin Petra Roth. Sie hat als Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Wohnungsbauholding, letztlich das entscheidende Machtwort gesprochen, das zur Bereitstellung dieses Hauses geführt hat. Leider kann die Frau Oberbürgermeisterin wegen anderweitiger dienstlicher Verpflichtungen heute nicht dabei sein, wenn wir den gemeinsamen Erfolg feiern. Aber - und jetzt kann ich Ihnen eine ganz besonders erfreuliche Neuigkeit verkünden - Frau Roth hat in einem sehr freundlichen Brief angekündigt, dass sie gerne die Schirmherrschaft für das ernst-may-haus übernehmen wird. Darauf sind wir natürlich ganz besonders stolz und danken Ihr ganz herzlich!

Ein besseres Zeichen konnte die Stadt Frankfurt sicherlich nicht setzen, um deutlich zu machen, dass sie Willens ist, die bahnbrechenden Leistungen Ernst Mays und seiner Mitstreiter entsprechend zu würdigen. Als Vertreter des Magistrats ist Herr Stadtrat Bürger zu uns gekommen, und er wird uns anschließend noch eine Grußbotschaft der Frau Oberbürgermeisterin übermitteln.

Besonders danken möchte ich aber auch dem Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding Herrn Frank Junker für die fairen und konstruktiven Verhandlungen, die wir miteinander geführt haben und die schließlich zu diesem wirklich sehenswerten Ergebnis geführt haben. Sie haben uns ja schon bei der Schlüsselübergabe am 16. März mit einigen Küchenschütten und dem entsprechenden Inhalt zum Einzug beschenkt. Heute möchten wir uns mit Maybowle und Brezeln revanchieren.

Damit bin ich nun auch bald am Ende meiner Dankesliste angekommen, die mir in diesem Fall aber wirklich eine Herzensangelegenheit und keine Pflichtübung ist. Last but not least möchte ich den Mitgliedern unseres Kuratoriums und des wissenschaftlichen Beirats sowie allen Mitgliedern unseres Vereins für ihre Unterstützung ganz, ganz herzlich danken. Ohne Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihre Spendenbereitschaft wären wir sicherlich nicht dort, wo wir uns heute befinden.

Wie Sie sich nun selbst überzeugen können, gibt es noch viel zu tun im ernst-may-haus. Zunächst werden in kürze Voruntersuchen durch Restauratoren stattfinden, die das Denkmalamt beauftragen wird. Danach soll sukzessive das gesamte Haus weitestgehend in den Zustand von 1928 zurückversetzt und mit den originalen Ausstattungsstücken und Möbeln versehen werden.

Meine herzliche Bitte geht daher heute an Sie, liebe Mitglieder und Freunde der ernst-may-gesellschaft: Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Rat und Tat und auch durch finanzielle Zuwendungen, denn nur in Eigenleistung ist es natürlich nicht möglich, dieses Haus denkmalgerecht wiederherzustellen und als Musterhaus und Dokumentationszentrum des Neuen Frankfurts zu betreiben.

Wir zählen jetzt 93 Mitglieder in der ernst-may-gesellschaft. Ich fände es toll, wenn wir vielleicht heute noch das 100. Mitglied begrüßen könnten. Eine Neuauflage unseres Flyers mit Mitgliedsantrag haben wir überall ausgelegt. Nochmals mein Aufruf: Werden Sie Mitglied in der ernst-may-gesellschaft, sofern Sie es nicht schon sind!

Frankfurt am Main, 7. Mai 2005
Dr. Eckhard Herrel




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30.9.04: Das Ernst May-Museum in der Römerstadt kommt [PDF]
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Pressespiegel [PDF]
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