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Heute ist es bereits das 3. Mal, dass ich Euch und Sie an dieser Stelle zu Ernst Mays Geburtstagsfeier begrüße. Die ernst-may-gesellschaft gibt es zwar jetzt schon fast fünf Jahre, aber zum 117. und 118. maygeburtstag hatten wir noch kein eigenes Domizil. Beim 117. waren wir in der Römerschänke bei Birgit Otto zu Gast. Dort haben wir eine Sonntagsmatinee mit Texten von und über Ernst May veranstaltet und hatten Tassilo Sittmann als Zeitzeugen zu Gast. Den 118. feierten wir in kleinerem Rahmen in einer Gartengaststätte direkt am Sachsenhäuser Mainufer, also ganz in der Nähe von Ernst Mays Geburtshaus in der Metzlerstraße. Leider gibt es an diesem Haus, das sich in städtischem Besitz befindet, noch immer keinen Hinweis auf den berühmten Sohn dieser Stadt.
Hier in der Römerstadt haben wir ja mittlerweile sogar zwei Hinweisschilder, die interessierte Besucher aus aller Welt zum ernst-may-haus führen. Eines an der Bushaltestelle oben an der Straße 'In der Römerstadt' und eines gegenüber der S-Bahnstation an der Einmündung 'Im Burgfeld'. Dafür sind wir dem Heddernheimer Ortsbeirat und ganz besonders der Vorsitzenden der SPD-Ortsgruppe, Claudia Unterköfler, die das ganze Prozedere in Gang gesetzt hat, außerordentlich dankbar. Wenn es uns jetzt noch gelänge, für den Flaschencontainer - direkt vor dem Vorgarten des ernst-may-hauses - einen anderen Platz zu finden, wären die äußeren Gegebenheiten des Hauses nahezu perfekt!
Was hat sich nun im und am Haus getan, seit unserem letzten Geburtstagsfest?
Das wichtigste zuerst: Die Frankfurter Küche ist wieder komplett eingebaut! Aus diesem Anlass hatten wir bereits im März eine Vortragsveranstaltung mit den Restauratorinnen der Küche. Fehlende Teile wurden zum Teil aus anderen Küchen ergänz bzw. nachgebaut. In diesem Zusammenhang möchte ich mich sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung bedanken, die wir von Frau Astrid Debus, Vorsitzende der Stuttgarter Gesellschaft für Kunst und Denkmalpflege, bekamen. Frau Debus hat uns nicht nur mit ihrem immensen Wissen über die Frankfurter Küchen, sondern auch mit Teilen aus ihrer Sammlung unschätzbare Hilfe geleistet.
Besonders stolz sind wir auf den originalen Elektroherd, der aus mehreren Ruinen - auch aus einem Lager von Frau Debus - wiedererstanden ist. Die noch fehlenden Herdplatten werden zurzeit bei der Firma HEGERGUSS bei Kaiserslautern nachgegossen. Diese Sonderanfertigungen werden von der Firma gesponsert, wofür wir sehr dankbar sind. Bei dieser Gelegenheit erwähne ich auch gerne unsere anderen Sponsoren: Die Firma ERCO Leuchten hat die Strahler im ganzen Haus zur Verfügung gestellt. Die Beleuchtung wurde im Zusammenhang mit der Ausstellung von Ernst Mays Nachkriegswerk im Herbst letzten Jahres montiert und steht jetzt auch für kommende Ausstellungen zur Verfügung. Von der Firma NOVO form, deren Geschäftsführer Herrn Peter Eisele ich sehr herzlich begrüße, bekommen wir zwei Marchel Breuer Beistelltische zur Verfügung gestellt. Die übrigen Ausstattungsstücke sind Leihgaben aus dem Fundus der Universität Frankfurt (Tische und Regale nach Entwürfen von Ferdinand Kramer) und von dem Frankfurter Galeristen Rüdiger Urlass. <
Wie Sie wissen, wollen wir das Musterhaus möglichst mit Originalmöbeln ausstatten. Diese schlichten aber funktionalen Möbel, die Ferdinand Kramer und Franz Schuster damals für die Hausrat GmbH entworfen hatten, sind mittlerweile ausgesprochen selten und entsprechend teuer. Deshalb würden wir uns bei der Anschaffung über einen oder mehrere Sponsoren sehr freuen.
Doch zurück zu den anstehenden Restaurierungsarbeiten: Im September werden sämtliche Kunststofffenster gegen vorbildgetreue Holzfenster ausgetauscht und die Aluminiumeingangstür gegen eine originale Haustür ersetzt. Ebenfalls im September werden die Holzteile sowie Wände und Decke der Küche in den Original Farbtönen gestrichen. Noch im August soll mit der Neuanlage der Terrasse begonnen werden. Am letzten Samstag haben vier Mitglieder der ernst-may-gesellschaft im Schweiße ihres Angesichts die originalen Klinkersteine aus einer Terrasse 'Im Heidenfeld' mit Hammer und Meißel ausgebaut. Mein ganz herzlicher Dank geht an Margit Messmer, Till Förster und Dietrich Dorsch! Die Anlage der Wege und die Bepflanzung werden dann im Herbst folgen.
Wenn Sie schließend im Haus herumgehen, werden Sie auf neue Informationstafeln stoßen. Diese hat Ulrike May verfasst und angebracht, wofür ich ihr sehr dankbar bin! Wer sich intensiver mit der Geschichte des ernst-may-hauses auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das von unseren Mitgliedern Margarete Rhode-Miske und Axel Huth erarbeitete Faltblatt. Auch Euch beiden ganz herzlichen Dank für die Mühe, die sich aber durchaus gelohnt hat! Für das Layout der Faltblätter, wie auch für das Erscheinungsbild der übrigen Drucksachen - zum Beispiel der Einladungskarte - zeichnet Natalie Heger verantwortlich. Auch ihr herzlichen Dank für Ihren künstlerischen und organisatorischen Einsatz, der häufig unter hohem Zeitdruck steht!
So ein Geburtstagsfest ist ja immer eine gute Gelegenheit Dank auszusprechen. Ihnen allen und auch den Mitgliedern, die heute nicht dabei sein können, danke ich ganz herzlich, dass Sie uns sowohl finanziell, aber auch mit Rat - ich dabei an den wissenschaftlichen Beirat - und Tat unterstützen. Einige unserer Mitglieder verzichten sogar an ihren Geburtstagen auf Geschenke und lassen dieses Geld lieber der ernst-may-gesellschaft zu kommen. Ein wahrhaft mätzenatisches Verhalten, dass ja in Frankfurt durchaus Tradition hat.
Last but not least möchte ich mich einmal mehr bei unserem Veranstaltungsausschuss und dem Gartenteam ganz herzlich bedanken. Ohne deren tatkräftigen Einsatz könnten wir nämlich heute hier nicht feiern!
Unseren Gästen und uns wünsche ich anregende Gespräche bei Apfelwein und Brezeln. Ich bin sicher, Ernst May wird uns von oben zuschauen und sich freuen, dass wir seiner Gedenken.
Jetzt hätte ich das Wichtigste fast noch vergessen: Wir haben einen neuen Flyer! Neu daran ist vor allen Dingen die Familienmitgliedschaft zu 80 EUR und die ermäßigte Mitgliedschaft zu 20 EUR, für alle diejenigen, die bereits Mitglied in einem der Siedlervereine des Neuen Frankfurts sind. Nehmen Sie heute die Gelegenheit wahr und werden Sie Mitglied in der ernst-may-gesellschaft! 142 sind es vor Ihnen schon geworden. Beim 119. maygeburtstag, vor zwei Jahren, konnten wir das 100. Mitglied begrüßen. Es wäre toll, wenn wir heute die 150er Marke überspringen könnten!
Frankfurt am Main, 27. Juli 2007
Dr. Eckhard Herrel
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